Der 20. September zeigte sich noch einmal von seiner besten Seite – vermutlich einer der letzten echten Sommertage des Jahres. Perfekte Bedingungen für einen spontanen Tagesausflug an die Mecklenburgische Seenplatte – mit Landung direkt am Müritz Airpark (EDAX).
Der Start erfolgte in Egelsbach von der 26, zunächst mit geplantem Abflug über Tango. Aufgrund des hervorragenden Wetters herrschte jedoch ein sehr hohes Verkehrsaufkommen, insbesondere mit intensiver Platzrundenaktivität und langsamen Verkehr in der Nordplatzrunde. Kurzfristig entschieden wir uns daher um und verließen Egelsbach über das Delta-Routing – eine für uns entspanntere Alternative an diesem Tag. Auf dem Weg stiegen wir bei bestem Wetter auf FL95 und genossen den Blick auf die Ausläufer des Thüringer Waldes, den Harz sowie das weite Havelland.
Blick im Anflug auf Piste 25 mit den davorliegenden Solarpanelen und dem nicht nutzbaren Bereich – die Piste beginnt erst bei der Threshold Markierung hinter den Solarpanelen
Der Anflug auf die Piste 25 in EDAX bringt eine Besonderheit mit sich. Am Anfang der betonierten Fläche befinden sich rechts und links Solarpanele. Die nutzbare Piste beginnt jedoch erst hinter den Solarpanelen mit der Threshold Markierung – allerdings nicht, wie an vielen anderen Plätzen üblich, durch eine explizit ausgewiesene versetzte Schwelle, sondern dadurch, dass die Pistenlänge kürzer angegeben ist, als es die tatsächlich betonierte Fläche vermuten lässt. Nach unserem Verständnis ist der Bereich zwischen den Solarpanelen aus Sicherheitsgründen nicht mehr als Piste nutzbar, ohne die seitlichen Abstände zu der Solaranlage deutlich vergrößern zu müssen. Der vordere Teil der Betonfläche ist somit ein Relikt aus Zeiten, in denen die Piste 25 – noch ohne Solarpanele – länger war. Heute wird dieser Abschnitt anderweitig genutzt, unter anderem für Drag-Races, wie die deutlichen Spuren auf dem Beton erkennen lassen.
„EDAX verlangt Aufmerksamkeit beim Anflug und am Boden, belohnt dafür aber mit Charakter, Geschichte und einer außergewöhnlichen Lage in der Mecklenburgischen Seenplatte."
Am Boden präsentierte sich der Platz derzeit noch sehr einfach. Die Betonplatten der Piste sind stellenweise uneben, sodass beim Rollen ein Ziehen am Höhenruder sowie langsames Rollen ausdrücklich zu empfehlen sind. Die sanitären Anlagen beschränkten sich auf ein Dixie-Klo. Gleichzeitig befindet sich der Müritz Airpark in einer Phase der Weiterentwicklung. Ziel des Bauvorhabens ist es, das Areal schrittweise auszubauen und zusätzliche Infrastruktur rund um den Flugplatz zu schaffen. Geplant sind unter anderem neue Hangars sowie begleitende Einrichtungen, um den Airpark langfristig als attraktiven Anlaufpunkt für die General Aviation zu etablieren. Auch wenn der Eindruck vor Ort aktuell noch eher funktional ist, ist die Perspektive klar: Der Müritz Airpark soll sich zu einem modernen, gut integrierten Flugplatz inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte entwickeln.
Trotz der Einfachheit des Platzes entschädigte die Umgebung umso mehr. Auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes entdeckten wir noch einige ältere Flugzeuge, bevor wir mit den direkt am Platz mietbaren Fahrrädern die traumhafte Landschaft rund um die Müritz erkundeten und uns anschließend ein leckeres, regionales Mittagessen direkt am Wasser gönnten. Für das nächste Mal steht das Luftfahrttechnische Museum in Rechlin, das wir auf dem Weg passierten, fest auf der Liste.
Von Egelsbach an die Müritz – Eindrücke eines Tagesflugs
Am Nachmittag stand der Rückflug nach Egelsbach (EDFE) an – diesmal mit einem durchaus sportlichen Gegenwind von mehr als 40 Knoten. Ein weiterer Beweis dafür, wie unterschiedlich Hin- und Rückflug selbst an einem perfekten Flugtag ausfallen können und man zeitlich immer einen Puffer einbauen sollte.
Founder & Initiator sierrakilo.aero, PPL (A) Pilot & Cirrus Enthusiast
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Startflugplatz
EDFE
Egelsbach -
Zielflugplatz
EDAX
Müritz Airpark -
Flugzeit
Hinflug 1h 35min
Rückflug 1h 51min -
Flugzeug
Cirrus SR22T G7